Davertiges Zeremonientrommel, 1968: Ein Stillleben, das wie ein Gebet summt
- haiticollectionpri
- 20. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
In den stillen Räumen der Haiti Collection Privée hängen manche Gemälde nicht einfach nur – sie scheinen zuzuhören . Villard Denis, bekannt als Davertige , war Dichter und Maler zugleich, und dieses Doppelleben spürt man in seinen Bildern: wie Objekte zu Metaphern werden, wie eine schlichte Anordnung einen Zauber entfacht. Schließen Sie für einen Moment die Augen und lassen Sie sich vom Titel leiten – „Zeremonielle Trommel“, 1968 –, als beträten Sie einen Traum, in dem Klang Gewicht hat und Hingabe Farbe besitzt.
Die Trommel, die den Himmel hält
Im Zentrum der Komposition steht eine Trommel – hochgewachsen, fest und feierlich –, wie eine Säule, die die Stille des Abends trägt. Ihr Korpus ist von einem tiefen, erdigen Braunton, warm und glühend, als erinnere er sich an ein Feuer. Um ihren Rand herum sammelt sich die Verzierung zu einem geschwungenen Kranz – ein ornamentaler Rand, der beinahe majestätisch wirkt, wie ein Gewand, das für ein Ritual gelüftet wird.
Dahinter erscheint die Welt sanft und fern: ein Feld in Grün- und Blautönen, wie Hügel unter einem nebligen Horizont. Der Hintergrund ist nicht aufdringlich; er atmet – kühl, vielschichtig und still. Die Oberseite der Trommel leuchtet in einem gedämpften Goldton, ein flacher Lichtkreis, als sei das Instrument nicht nur für Rhythmus, sondern auch zum Empfangen da – zum Sammeln des Unsichtbaren, zum Bewahren des Heiligen.
Links erhebt sich ein Kreuz – schlicht, massiv, beständig –, dessen Farbe an die erdigen Töne der Trommel erinnert. Darunter ruht ein geschwungenes Objekt, einer Mondsichel oder einem hornförmigen Gefäß gleich, das an Opfergaben, Ahnen oder die Wendung einer mündlich überlieferten Geschichte erinnert. Rechts steht eine weiße Kerze mit kleiner, zarter und geduldiger Flamme neben einer blassen, schlichten und vertrauten Schale, als ob die Heiligkeit die Küche betreten und beschlossen hätte zu bleiben.
Alles wirkt im Gleichgewicht: die Trommel als Mittelpunkt, das Kreuz als Anker des Glaubens, die Kerze als Hüterin der Zeit, der Kelch als Symbol menschlicher Berührung. Die Szene wirkt wie ein Stillleben, doch sie ist nicht still. Es ist der Moment, bevor der Klang einsetzt – der eingezogene Atemzug, die schwebenden Hände, der Raum, der sich daran erinnert, was es heißt, vor Bedeutung zu erbeben.
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Und falls Sie dieses Gemälde in seinen Bann gezogen hat, ist es nur einer der vielen visuellen Schätze der Haiti Collection Privée – ein Ort, an dem man die Tiefe, den Geist und die poetische Kraft der haitianischen Kunst entdecken kann.




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