Felix Lafortunes Ohne Titel: Ein Mitternachtsgang durch blühendes Feuer
- haiticollectionpri
- 2. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Eine Stille liegt in der Luft – wie der Moment kurz vor einer dramatischen Wendung. In „Ohne Titel“ entführt Felix Lafortune den Betrachter in einen schummrigen, lebendigen Korridor aus Farben, wo die Bäume nicht einfach nur stehen … sie leuchten, schimmern und zu beobachten scheinen. Die Szene wirkt zugleich intim und mythisch, als betrete man einen geheimen Garten, der sich nur offenbart, wenn man seinem Instinkt statt einer Karte folgt.
Ein Wald voller Geheimnisse
Im Zentrum des Bildes bewegt sich eine einsame Gestalt im Profil, mitten im Schritt eingefangen – barfuß, aufmerksam und still entschlossen. Sie trägt ein weiches graues Gewand, das von einer leuchtend orangefarbenen Schärpe zusammengehalten wird; der warme Farbton spiegelt die feurigen Blüten darüber wider. Ihre Haltung zeugt von Bewegung und Zielstrebigkeit: ein Arm erhoben, der andere angewinkelt, als bewege sie sich vorsichtig im Raum, lausche der Luft ebenso wie sie nach vorn blickt.
Um ihn herum erheben sich hohe Baumstämme wie Wächter. Ihre Kronen erstrahlen in einem Meer aus strukturierten Blüten – türkisgrüne Schatten, durchzogen von leuchtenden Rot-, Orange- und Gelbtönen – wie Glut, die in Blättern gefangen ist. Die Farbwahl wirkt bewusst und symbolisch: Kühle Töne beruhigen, warme warnen, und zusammen erzeugen sie eine Art bezaubernde Spannung. Der Hintergrund verblasst in tiefem Olivgrün und rauchiger Dunkelheit, während sich goldenes Licht unten links sammelt und einen Pfad – oder die Erinnerung an einen – andeutet.
In seiner Hand hält die Gestalt einen violetten Gegenstand, der einem Stab, Werkzeug oder Instrument ähneln mag – etwas Praktisches oder vielleicht Zeremonielles. Lafortune erklärt nicht zu viel; er lässt die Mehrdeutigkeit Teil der Atmosphäre werden. Der Blick der Gestalt schweift nach außen und zieht den Betrachter in den Moment hinein, als wäre er gerade bemerkt worden.
Und dann, unten rechts, windet sich ein roter Farbtupfer empor wie eine Flamme, ein Band oder ein aufsteigender Geist – ein energischer Kontrapunkt zum ruhigeren, erdigen Hintergrund. Es ist jenes Detail, das dem Gemälde Leben einhaucht: kein statisches Bild, sondern eine Szene mit Atem, Wärme und Ausdruckskraft.
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