Pierre Sylvain Augustins (Payas) „Chaos, 2007“: Ein in Funken geschriebener Nachthimmel
- haiticollectionpri
- vor 5 Tagen
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Manche Gemälde entstehen nicht statisch – sie geschehen . Sie tauchen auf wie ein plötzliches Wetterphänomen im Geist, wo Gedanken zu Blitzen werden und die Luft sich mit Symbolen füllt, die man nicht genau deuten, aber doch irgendwie versteht. In „Chaos“ (2007 ) bietet Pierre Sylvain Augustin (Payas) keine ruhige Szene zum Betrachten. Er öffnet eine Schwelle: ein dunkles Feld, wo Bewegung, Aufprall und Geheimnis aufeinandertreffen – wo Ordnung versucht, sich zu formen, dann entschwindet und schließlich in einer anderen Gestalt wiederkehrt.
Die Geometrie eines Sturms
Beginnen wir mit dem Grund: ein tiefer, kohlschwarzer Raum, wie die weite Mitternacht. Vor dieser Dunkelheit zeichnen sich kühne rote Bänder ab – Bögen, die an erhitzte Spuren, Umlaufbahnen oder die Rippen eines unsichtbaren Wesens erinnern, das sich in der Dunkelheit dreht. Sie bewegen sich nicht sanft, sondern wogen. Sie schleifen, kreuzen sich und tauchen wieder auf, wie eine Karte, die sich weigert, gefaltet zu bleiben.
Dann kommen die Blautöne – kühler, schärfer, strukturierter. Manche Linien sind dick und kantig und formen Fragmente, die an Architektur, Sternbilder oder ein logisches Gerüst erinnern, das alles zusammenhält. Diese blauen Striche wirken wie Balken oder Wege, als würde ein verborgenes Gerüst unter Druck sichtbar – kurz bevor der Sturm es wieder verschluckt.
Und über allem – wirklich allem – die weißen Ausbrüche: ein Geflecht aus dünnen, splitternden Linien und Spritzern, die die Oberfläche durchziehen wie verstreute Fäden, wie sichtbar gemachte statische Aufladung, wie die charakteristische Sprache des Aufpralls. Weiße Farbe fließt in langen Tropfen, zerfällt in Tropfen, explodiert in Ausbrüchen. Es wirkt zugleich zufällig und vorherbestimmt, als halte das Gemälde den Moment fest, in dem das Universum beschließt, in Elektrizität zu sprechen.
Betrachtet man die Szene genauer, entdeckt man in der Vorstellung kleine Markierungen – winzige rote Kreuze , verstreut wie Warnungen oder Herzschlagzeichen. Auch weiße Pluszeichen tauchen auf, leise kleine Kreuzungen, als ob das Gemälde etwas zählte: Eingänge und Ausgänge, Verluste und Rückkehrer, die Mathematik des Überlebens.
Die Emotion dieses Werkes ist nicht Panik – es ist Lebendigkeit . Es ist die Wahrheit, dass „Chaos“ nicht nur Zerstörung bedeutet, sondern auch Schöpfung in ihrer reinsten Form. Die Energie hier kann sich anfühlen wie eine Stadt, die man während eines Stromausfalls von oben betrachtet, nur von Blitzlichtern erhellt wird – jedes Blitzlicht enthüllt eine andere Geschichte. Oder wie ein Geist am Rande der Offenbarung, in dem Symbole schwirren, bevor die Sprache sie fassen kann.
Spirituell betrachtet liest es sich wie ein kosmisches Ritual: Rot wie Hitze und Blutgedächtnis, Blau wie Atem und Strömung, Weiß wie der plötzliche Übergang zwischen den Welten – der Moment, in dem das Unsichtbare das Sichtbare berührt. Chaos wird zu einer Art Altar der Bewegung, eine Erinnerung daran, dass selbst Unordnung ihre eigene, starke Intelligenz besitzt.
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